Aerobic ist ein dynamisches Fitnesstraining in der Gruppe mit rhythmischen Bewegungen zu motivierender Musik. Die Grundelemente sind hauptsächlich (aerobe) Ausdauer und Koordination. Die in einer Choreografie zusammengestellten Übungen, die von einem Aerobic-Trainer vorgeführt werden, sind eine Mischung aus klassischer Gymnastik und Tanz.

Die Ursprünge gehen auf den US-amerikanischen Arzt Dr. med. Kenneth H. Cooper zurück, der in den 60er Jahren erstmals ein aerobes Training zur Stärkung von Herz und Lunge entwickelte. Cooper löste in Amerika einen Fitness-Boom aus, in dessen Folge Ausdauertraining in Gymnastikprogramme integriert wurde.

Der weltweite Durchbruch kam 1982, als Jane Fonda Aerobic als ihr Gymnastikprinzip vermarktete und Aerobic so vor allem bei jüngeren Frauen sehr populär wurde.

In der DDR wurde Aerobic Popgymnastik genannt und über die Fernsehsendung Medizin nach Noten populär gemacht. Bei dieser Sendung wurden in einer Turnhalle - unterlegt von westlicher Popmusik - Übungen vorgemacht, die von einigen Umstehenden und den Zuschauern zu Hause nachgemacht werden sollten. Als Popgymnastik wurde Aerobic in der DDR von Anfang an unter Einbeziehung von Sportmedizinern entwickelt. Dadurch wurden schädliche Belastungen und Übungen vermieden.

1988 wurde zunehmend über die Schädlichkeit von Aerobic diskutiert. Nach einem Einbruch des Aerobic-Booms wurde das Gewicht vermehrt auf medizinische und sportwissenschaftliche Gesichtspunkte gelegt, insbesondere auf die Gelenk schonende Ausführung. Seither hat sich Aerobic vor allem in Europa, wo sich eine ausgeprägte Aerobic-Szene etabliert hat, stark weiterentwickelt und enthält auf fortgeschrittener Stufe wesentlich mehr tänzerische Elemente.

Ausgehend vom ursprünglichen Aerobic haben sich eine ganze Reihe von weiteren Formen und Unterformen dieses Gruppentrainings entwickelt. Jede dieser Formen hat ihre eigene Schwerpunkte und Trainingsziele.

  • Aerodance: Eine Aerobic-Form auf fortgeschrittener Stufe mit traditionellen Schritten und tänzerischen Elementen aus dem Jazz und Funk
  • Step-Aerobic: Aerobic mit Hilfe einer Plattform, auf der die Übungen ausgeführt werden
  • Kick Power: Eine Verbindung zwischen dynamischen Kampfsport- und Aerobicelemente
  • Bodytoning: Kräftigungsübungen mit diversen Hilfsmitteln
  • BodyPump: Ein intensives Kräftigungstraining mit Langhanteln
  • Pilates: Ein intensives Training der tief liegenden Muskulatur, mit Schwerpunkt im Rumpfbereich, anhand von Bodenübungen
  • Body Balance: Eine moderne Mischung aus Yoga, Pilates und Tai Chi
  • Ballkorobics: Koordinationstraining mit Ball und Musik

Aerobic-Trainer bedienen sich zur Steuerung der Teilnehmer allgemein in der Szene verbreiteter Kommunikationstechniken, dem Cueing. Unter Cueing versteht man verbale und nonverbale Anweisungen, mittels derer den Teilnehmern die geplanten Inhalte synchron zur Musik vermittelt werden. Es gibt international genormte Cues; die Aerobic-Fachsprache ist meist englisch. Optimales Cueing ist zeitlich so angelegt, dass die Teilnehmer wissen, wann sie was zu tun haben. Dazu gehören:

  • standardisierte Gesten
  • Ansagen
  • Richtungen und Drehungen anzeigen
  • Mimik, Körpersprache
  • Kommunikation mit der Gruppe

Darüber hinaus kommen Techniken zum methodischen Aufbau choreographischer Ziele (Breakdown), in Harmonie mit der eingesetzten Musik zum Einsatz:

Aerobic kann „unchoreographisch“ einfache Bewegungsabläufe vermitteln. Je nach Leistungsstand der Zielgruppe sind aber auch komplizierte Bewegungsmuster mit variierenden Raumwegen und Drehungen möglich. Der richtige Einsatz dieser Methoden stellt an den Trainer recht hohe Anforderungen, denn die Umsetzung erfolgt:

  • ohne Pause, synchron zur Musik bzw. im Musikbogen (siehe unten)
  • mit gleichzeitigem bzw. rechtzeitigem Cueing
  • bei paralleler Fehlerwahrnehmung und -korrektur
  • bei ständiger Kommunikation und Motivation der Gruppe
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